DFB-Journal 03|2026

Lasst uns reden!

Auf dem Trainingsplatz entscheidet sich, ob Kinder und Jugendliche mit Freude zum Verein kommen, Neues lernen und sich langfristig entwickeln. Hier setzt der DFB-Trainingsdialog an. Zweimal im Jahr laden die DFB-Stützpunkte Trainer*innen aus den Vereinen zu einer kostenlosen Fortbildung ein. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Themen der Nachwuchsförderung, Demonstrationseinheiten und der Austausch untereinander. Damir Dugandzic geht in der aktuellen Ausgabe des DFB-Journals darauf ein.

    • Seit 2018 Sportlicher Leiter des DFB-Talentförderprogramms
    • 2007–2018 Stützpunktkoordinator für den Badischen Fußballverband
    • Jahrgangsbester des 63. Fußball-Lehrer-Lehrgangs

Der DFB-Trainingsdialog richtet sich bewusst an alle Interessierten – unabhängig von Lizenz, Erfahrung oder Altersklasse. Der Name ist dabei Programm: Der Trainingsdialog versteht sich als Plattform, auf der Fragen gestellt, Erfahrungen geteilt und Ideen diskutiert werden. Anders als bei einer klassischen Fortbildung geht es nicht darum, bereits fertige Lösungen zu präsentieren. Die Trainingseinheiten sollen vielmehr Anregungen geben, Diskussionen anstoßen und zeigen, wie sich Inhalte der Trainingsphilosophie Deutschland im Vereinsalltag umsetzen lassen.

Uns geht es darum, aktuelle Themen der Nachwuchsförderung aufzugreifen und die Inhalte der Trainingsphilosophie Deutschland für möglichst viele Trainerinnen und Trainer greifbar zu machen.
Damir DugandzicSportlicher Leiter des DFB-Talentförderprogramms

„Wir haben Trainer aus dem Kinder- und Seniorenfußball, Eltern oder auch junge Spieler, die erste Erfahrungen als Coach sammeln möchten. Jeder soll etwas mitnehmen können, das sich direkt im eigenen Vereinsalltag umsetzen lässt. Es geht nicht darum, möglichst viele Teilnehmer zu haben, sondern einen echten Dialog zu ermöglichen. Viele Trainer beschäftigen dieselben Fragen – unabhängig davon, ob sie eine Bambini-Mannschaft oder eine U 19 trainieren. Wenn sie miteinander ins Gespräch kommen und voneinander lernen, profitieren am Ende alle.“

Im Mittelpunkt steht dabei immer die Qualität des Trainings. Kinder und Jugendliche bleiben dem Fußball langfristig erhalten, wenn sie Spaß am Spiel haben und gleichzeitig merken, dass sie sich weiterentwickeln. Deshalb orientieren sich die Trainingsdialoge konsequent an den Grundgedanken der Trainingsphilosophie Deutschland: kleine Spielformen, viele Ballaktionen, zahlreiche Wiederholungen und eine möglichst hohe Netto-Spielzeit für alle Spieler*innen. Die vorgestellten Übungen sollen leicht organisierbar sein und unabhängig von Platzgröße oder Mannschaftsstärke funktionieren. Ziel ist ein Training, das intensiv ist, spielnah bleibt und möglichst alle Kinder aktiv einbindet.

Seit der ersten Ausgabe entwickeln sich die Inhalte kontinuierlich weiter und greifen aktuelle Themen der Nachwuchsausbildung auf. In den vergangenen Jahren standen unter anderem Bolzplatzprinzipien, kleine Spielformen, flexible Trainingsorganisation, das Verteidigen und Überspielen von Linien oder zuletzt das Passspiel als Grundlage für gemeinsames Angreifen im Mittelpunkt. Die jüngste Ausgabe widmete sich dem Schwerpunkt „Spielbeschleuniger“. Gemeint sind damit Spieler*innen, die Angriffe durch einen guten ersten Kontakt, mutiges Dribbling, präzises Passspiel oder kluges Freilaufverhalten dynamischer gestalten und das Spieltempo im entscheidenden Moment gezielt erhöhen können.

DFB-Trainingsdialoge im Überblick

Mehr erfahren

„Wir decken die ganze Bandbreite des modernen Spiels ab“, erklärt Dugandzic. „Die Frage ist ja: Wie wird man mit der Zeit besser? Das wird niemandem in die Wiege gelegt, sondern entwickelt sich durch gutes Training, ein gutes Umfeld und viele Wiederholungen.“ Deshalb werden beim Trainingsdialog keine isolierten Technikübungen gezeigt. Stattdessen stehen Spielformen im Mittelpunkt, in denen technische, taktische und kognitive Anforderungen miteinander verbunden werden. Die Spieler*innen treffen Entscheidungen unter Gegnerdruck, lösen Situationen eigenständig und lernen, ihre technischen Fähigkeiten im richtigen Moment einzusetzen.

Die vorgestellten Trainingsformen verstehen sich dabei ausdrücklich nicht als starres Konzept. Vielmehr sollen sie Orientierung geben und gleichzeitig genügend Freiraum lassen, damit die Trainer*innen sie an die eigenen Bedingungen anpassen können. „Wir wollen Orientierung geben und gleichzeitig dazu befähigen, die Inhalte auf das eigene Team zuzuschneiden. Jeder soll am Ende mit einer Idee nach Hause gehen und sagen: Das kann ich morgen in meinem Training umsetzen“, sagt Dugandzic.

Uns ist wichtig, dass Trainerinnen und Trainer nicht nur eine fertige Übung mitnehmen, sondern verstehen, wie sie Inhalte für die eigene Mannschaft anpassen können. Durch verschiedene Steuerungsmöglichkeiten können sie Schwerpunkte setzen und zum Beispiel das Passspiel oder das Dribbling gezielt beeinflussen. So entsteht ein Training, das zur eigenen Mannschaft und zu den jeweiligen Rahmenbedingungen passt.
Thomas ImpekovenDFB-Stützpunktkoordinator Rheinland

Über die Veranstaltungen hinaus stehen zu jeder Ausgabe umfangreiche Begleitmaterialien zur Verfügung. Ein digitales Flipbook bündelt sämtliche Trainingsformen, ergänzt durch Videos, Coachingtipps und Hintergrundinformationen. Hinzu kommt ein stetig wachsender Praxis-Pool mit aktuellen und praxiserprobten Übungen aus allen Bereichen des Kinder- und Jugendfußballs. So endet der Trainingsdialog nicht mit der finalen Einheit auf dem Platz. Vielmehr soll er Trainer*innen auch darüber hinaus begleiten: mit konkreten Ideen für den Trainingsalltag und dem Ziel, möglichst vielen Kindern Freude am Fußball zu vermitteln und sie langfristig für den Vereinssport zu begeistern. „Der Trainingsdialog soll zeigen, dass gute Nachwuchsarbeit nicht von perfekten Bedingungen abhängig ist“, erklärt Impekoven. „Egal, ob ich mit einer kleinen Gruppe oder einer großen Mannschaft arbeite, ob mir viel Platz zur Verfügung steht oder weniger: Mit den richtigen Spielformen kann ich wichtige Prinzipien wie viele Ballaktionen, hohe Intensität und Freude am Spiel vermitteln.“